Aufwendungen und Erträge in der Vertragsforschung 2015–2019
Die Vertragsforschung umfasst die Kerntätigkeiten von Fraunhofer und basiert gemäß dem Fraunhofer-Modell auf drei Säulen, die je rund ein Drittel zur Finanzierung beitragen:
– Auftragsforschung für die Wirtschaft
– öffentlich finanzierte Förderprojekte
– grundfinanzierte Vorlaufforschung
Der Haushalt der Vertragsforschung wuchs 2019 um 6 Prozent auf 2295 Mio €, wovon 2142 Mio € auf den Betriebshaushalt und 153 Mio € auf Investitionen entfielen. Der Zuwendungsbedarf aus der Grundfinanzierung erhöhte sich um 9 Prozent auf 746 Mio €. Die Grundfinanzierung wird vom BMBF und den Ländern im Verhältnis 90 : 10 bereitgestellt. Neue Einrichtungen werden in der Regel während einer fünfjährigen Aufbauphase vom jeweiligen Sitzland anschubfinanziert. Die irtschaftserträge lagen mit 724 Mio € auf dem Vorjahresniveau. Die Erträge aus Aufträgen der Industrie stiegen um 1 Prozent auf 617 Mio €. Demgegenüber lagen die Lizenzerträge mit 107 Mio € um 2 Prozent unter dem Vorjahr.
Die öffentlichen Projekterträge stiegen 2019 erneut deutlich an. Insbesondere die Erträge über das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) verzeichneten einen starken Aufwuchs um 28 Prozent auf 194 Mio €. Die Förderung des Bundesforschungsministeriums (BMBF) wuchs um 7 Prozent auf 209 Mio €, die Förderung der Länder stieg ebenfalls um 7 Prozent auf 161 Mio €. Die sonstigen Erträge lagen bei 113 Mio € und beinhalten u. a. Erträge von Stiftungen, Universitäten und anderen Einrichtungen der Forschungsförderung.
Die EU-Erträge konnten um 4 Prozent auf 95 Mio € gesteigert werden. Mit der Beteiligung am Rahmenprogramm Horizont 2020 gestaltet Fraunhofer den europäischen Wirtschafts- und Forschungsraum aktiv mit und nimmt im Ranking der teilnehmenden Forschungsinstitutionen, gemessen an der erhaltenen Förderung, den 3. Platz ein.