Industrie 4.0 – sicher vernetzt
Cloud Computing, Industrie 4.0, Smart Data, das Internet der Dinge und Dienste – die digitale Transformation der Wirtschaft hat begonnen. Doch um die ökonomischen Potenziale dieses Wandels nutzen zu können, muss nicht nur die Datensouveränität gewährleistet sein, sondern es bedarf auch sicherer und zuverlässiger Kommunikationssysteme.
Die digitale Transformation der Produktion bietet insbesondere Deutschland als einem der bedeutendsten Industrienationen der Welt enorme Chancen. Das haben auch die Unternehmen erkannt. Schon jetzt sind Industrie 4.0-Anwendungen auf dem Vormarsch wie Sensorik-Lösungen, Cyber-physische Systeme oder der Austausch von Planungsdaten mit Zulieferern und Kunden. Bis 2020 will die deutsche Wirtschaft 40 Milliarden Euro pro Jahr in Anwendungen der digitalen Produktion investieren. Das hat eine Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers ergeben. Zwei Drittel der befragten Unternehmen arbeiten bereits aktiv an der Digitalisierung und Vernetzung ihrer Wertschöpfungskette.
Doch damit steigen auch die Sicherheitsanforderungen. Schon jetzt sind moderne Produktionsanlagen miteinander vernetzt. Im Zuge von Industrie 4.0 entwickeln sich Produktionsnetze zunehmend zu Unternehmensnetzwerken oder gar zu Netzen mit externen Firmen weiter. Das eröffnet neue Möglichkeiten, Industrieanlagen anzugreifen. Neben Viren und Trojanern bedrohen maßgeschneiderte Schadprogramme die über das Internet verbundene Fertigung. Sie können Anlagenparameter ausspionieren, Maschinen fremdsteuern, Steuerungen manipulieren oder Prozesse lahmlegen.
Dass dies keine düsteren Zukunftsvisionen sind, sondern bereits Realität, zeigte der Computerwurm Stuxnet, der speziell entwickelt wurde, um Industrieanlagen zu befallen. Und auch im Sicherheitsbericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind Beispiele zu finden, wie gefährlich Attacken auf Produktionsstätten sein können. So gelang es Hackern, die Kontrolle über einen Hochofen in einem Stahlwerk zu übernehmen. Die Folge: Der Hochofen ließ sich nicht mehr herunterfahren und die gesamte Anlage wurde beschädigt. Schon jetzt verursachen Cyberattacken Produktionsausfälle. Und mit der zunehmenden Vernetzung steigt die Gefahr.